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Grundlagen

Richtige Zugtechnik am Vaporizer: MTL vs DTL

Langsam und gleichmäßig ziehen bringt mehr als harte 3-Sekunden-Züge. Die 10-15-Sekunden-Technik richtet sich danach, wie über 60 Vaporizer wirklich heizen.

Aktualisiert am 15. Mai 20268 Min. LesezeitVon VapeExperts Team
Richtige Zugtechnik am Vaporizer: MTL vs DTL

Wer vom Rauchen zum Dampfen wechselt, nutzt meist die falsche Zugtechnik. Das kostet Geschmack, Wirkung und Cannabis.

Ein Vaporizer erhitzt Luft, um Cannabinoide und Terpene aus trockenem Cannabis zu extrahieren. Verbrannt wird dabei nichts.

Dieser grundlegende Unterschied hat Folgen: Die Zugtechnik, die bei Joints, Pfeifen und Bongs funktioniert hat, arbeitet hier aktiv gegen dich.

Das Grundprinzip ist einfach: langsam, gleichmäßig und sanft. Wir haben bei VapeExperts über 50 Vaporizer getestet. Der wichtigste Faktor, der über eine gelungene oder eine enttäuschende erste Session entscheidet, ist die Zuggeschwindigkeit.

Machst du das richtig, liefert jeder deiner Vaporizer bessere Ergebnisse. Noch keinen Vaporizer ausgewählt? In unserem Einsteiger-Bereich findest du alles von der Auswahl bis zum Meistern deiner ersten Sessions.

Langsame Züge extrahieren mehr Cannabinoide als schnelle

Ein Cannabis-Vaporizer leitet erhitzte Luft über oder durch gemahlenes Cannabis und setzt so die Wirkstoffe als inhalierbares Aerosol frei. Ziehst du zu schnell, kühlt die Luft ab, bevor sie diese Wirkstoffe vollständig extrahiert hat. Ziehst du zu langsam, kondensiert der Dampf bei manchen Vaporizern schon im Luftweg, bevor er deine Lunge erreicht.

Bei den meisten tragbaren Vaporizern liegt der Sweet Spot bei einem Zug von 10-15 Sekunden mit moderater Intensität. Dieses sanfte, gleichmäßige Ziehen hält die Luft lange genug in Kontakt mit deinem Cannabis, um die Wirkstoffe effizient zu lösen.

Tipp

Sanft ziehen, nicht reißen. Spüre einen leichten Widerstand an den Lippen. Strömt die Luft frei, ziehst du zu schnell für das Heizelement.

Mouth-to-Lung vs Direct-to-Lung: Der Vaporizer-Typ entscheidet

Es gibt zwei grundlegende Inhalationstechniken. Welche die richtige ist, hängt vom Zugwiderstand deines Vaporizers ab.

Mouth-to-Lung (MTL)

Ziehe den Dampf zuerst in den Mund und inhaliere ihn dann mit einem zweiten Atemzug frischer Luft in die Lunge.

Diese zweistufige Technik passt am besten zu Vaporizern mit höherem Zugwiderstand, wie dem Mighty+ oder dem PAX 4. Der engere Luftweg bremst deinen Zug ganz natürlich auf die ideale Geschwindigkeit.

Die meisten ehemaligen Raucher empfinden MTL als intuitiv. Diese Technik liefert außerdem mehr Geschmack, weil der Dampf kurz am Gaumen verweilt, bevor er in die Lunge gelangt.

Direct-to-Lung (DTL)

Inhaliere den Dampf in einem durchgehenden Atemzug direkt in die Lunge. Diese Technik passt zu Vaporizern mit offenem, ungebremstem Luftstrom.

Der Venty bietet einen einstellbaren Luftstrom von bis zu 20 L/min. Bei weiter geöffneter Einstellung ist er für direkte Lungenzüge ausgelegt.

Venty

Storz & Bickel

Venty

9,1
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Tisch-Vaporizer, die du mit einem Schlauch oder einer Wasserpfeife nutzt, eignen sich ebenfalls gut für die Direct-to-Lung-Technik. Der längere Dampfweg kühlt die Luft ab, bevor sie bei dir ankommt.

Der Heiztyp bestimmt dein ideales Zugtempo

Die Heizmethode deines Vaporizers ist der wichtigste Faktor bei der Wahl deiner Zugtechnik. Die drei wichtigsten Heizmethoden reagieren unterschiedlich auf den Luftstrom, wie wir in unserem Guide zu Heizmethoden erklären.

Konvektions-Vaporizer brauchen deinen Atem

Konvektionsheizungen leiten heiße Luft nur dann durch das Cannabis, wenn du ziehst. Dein Zug ist buchstäblich der Extraktionsmechanismus.

Ziehst du zu schnell, erreicht die Luft die Zieltemperatur nicht. Ziehst du zu langsam, kann das Heizelement zu heiß werden und das Cannabis versengen, das der Wärmequelle am nächsten liegt.

Bei tragbaren Vaporizern mit reiner Konvektion wie dem Tinymight 2 liefert ein langsamer Zug von 10-12 Sekunden den dichtesten Dampf. Fang sanft an, erhöhe den Sog in der Mitte des Zugs leicht und lass dann nach.

Tinymight 2

Tinymight

Tinymight 2

8,8
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Diese „Rampen“-Technik gibt dem Heizelement Zeit, sich zu stabilisieren, bevor du volle Leistung verlangst.

Wenn du extrem langsam ziehst, steigt die Temperatur in der Heizkammer über den Zielwert. Das Cannabis überhitzt, der Geschmack wird flach und der Dampf kratzig.

Achte auf einen gleichmäßigen, sanften Zugwiderstand. Zieh aber nicht so langsam, dass der Zug fast stockt.

Konduktions-Vaporizer sind nachsichtiger

Konduktionsheizungen halten die Heizkammer heiß, egal ob du gerade ziehst oder nicht. Das Cannabis an den beheizten Wänden verdampft während einer Session kontinuierlich.

Dein Zugtempo beeinflusst vor allem die Dampftemperatur. Für die Extraktion spielt es eine kleinere Rolle.

Schnelle Züge durch einen Konduktions-Vaporizer liefern kühleren, dünneren Dampf. Langsame Züge liefern wärmeren, dichteren Dampf. Keiner der beiden Ansätze verschwendet Cannabis.

Ein moderater Zug von 8-10 Sekunden bietet aber die beste Balance aus Geschmack und sichtbarer Dampfproduktion. Konduktions-Vaporizer im Pen-Format wie der Flowermate Aura verzeihen dabei besonders viel.

Hybrid-Heizungen belohnen Konstanz

Hybrid-Heizungen kombinieren beide Methoden und profitieren davon, wenn du so gleichmäßig wie möglich ziehst. Zieh nicht stoßweise und nicht in Schüben.

Bei einem ruhigen Zug von 10 Sekunden ergänzt die Konvektion die Konduktionsbasis. Das Ergebnis ist eine volle, gleichmäßige Extraktion.

HeiztypIdealer ZugBesonderheit
Konvektion10-12 Sek., mit Rampen-TechnikDein Atem ist der Extraktionsmechanismus
Konduktion8-10 Sek., moderatHeizkammer bleibt unabhängig vom Zug heiß
Hybrid~10 Sek., gleichmäßigNicht stoßweise ziehen; Konstanz zählt
Ein tragbarer Vaporizer mit reiner Konvektion während einer Session in der Hand; beim Ausatmen ist eine dichte Dampfwolke sichtbar

Tragbare Vaporizer mit reiner Konvektion extrahieren nur, während du ziehst. Die Rampen-Technik maximiert die Dampfdichte: sanft beginnen, leicht steigern, langsam ausklingen lassen.

Tisch-Vaporizer erfordern ganz andere Zugtechniken

Tisch-Vaporizer geben den Dampf auf zwei Arten ab. Jede Methode verlangt eine eigene Technik.

Mit dem Ballon inhalierst du in deinem eigenen Tempo

Ein Ballon füllt sich mit Dampf aus einem lüftergetriebenen Vaporizer wie dem Volcano Hybrid. Sobald er voll ist, nimmst du ihn ab und inhalierst so schnell oder langsam, wie es sich angenehm anfühlt.

Volcano Hybrid

Storz & Bickel

Volcano Hybrid

9,4
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Die Extraktion ist bereits im Vaporizer erfolgt. Deine einzige Aufgabe ist, den Dampf vom Ballon in die Lunge zu bringen.

Nimm lieber 3-5 Atemzüge in normalem Tempo aus dem Ballon als einen einzigen riesigen Zug. Jeder Atemzug mischt den Dampf mit frischer Luft. Das macht den Zug sanfter und erhöht die Aufnahme.

Der Dampf in einem gefüllten Volcano-Ballon behält etwa 5-10 Minuten lang seine Wirkung, bevor sich die Terpene merklich abbauen.

Der Tisch-Vaporizer Volcano Hybrid mit angeschlossenem, vollständig aufgeblasenem Ballon, bereit zum Abnehmen und Inhalieren

Der Dampf im Ballon behält nach dem Füllen 5-10 Minuten lang seine Wirkung. Atme normal daraus, statt einen einzigen riesigen Zug zu nehmen.

Am Schlauch zahlen sich langsame Züge aus

Tisch-Vaporizer mit Schlauch und Ball-Vaporizer verbinden dich über einen Silikonschlauch oder ein Glasrohr direkt mit dem Heizelement.

Deine Zuggeschwindigkeit steuert die Extraktion in Echtzeit, genau wie bei einem tragbaren Konvektions-Vaporizer. Nur ist hier deutlich mehr thermische Masse im Spiel.

Beginne mit einem sanften Zug von 3 Sekunden, um das Cannabis vorzuwärmen. Dann gehst du in einen langen Zug von 15-20 Sekunden über.

Bei Ball-Vaporizern, die an eine Wasserpfeife angeschlossen sind, kannst du kräftiger ziehen: Die Wasserpfeife sorgt für zusätzlichen Widerstand und kühlt den Dampf. Unser Guide zu Vaporizern an der Bong erklärt den Aufbau im Detail.

Du musst den Dampf nicht in der Lunge halten

Forschung zur Cannabinoid-Aufnahme zeigt: 95 % des verfügbaren THC werden innerhalb der ersten 2-3 Sekunden des Zugs aufgenommen.

Längeres Luftanhalten bringt nicht mehr THC in deinen Blutkreislauf, sondern lagert lediglich mehr Feinpartikel in deinen Atemwegen ab.

Die Benommenheit, die viele vom Luftanhalten nach einem Zug kennen, entsteht durch Sauerstoffmangel, nicht durch zusätzliche Cannabinoide.

Wenn du stärkere Effekte willst, bringt dir eine Anpassung der Temperatur um 5-10 °C deutlich mehr Wirkung als jedes Luftanhalten.

Warnung

Dampf halten sorgt nicht für mehr Wirkung. THC wird in 2-3 Sekunden aufgenommen. Längeres Halten lagert nur Feinpartikel tiefer in deiner Lunge ab.

Häufige Zugfehler, die Cannabis verschwenden

Wir sehen diese Fehler ständig, vor allem bei Leuten, die vom Rauchen umsteigen.

Ziehen wie an einem Joint

Ein Joint brennt bei 600-900 °C und erzeugt Rauch, egal ob du ziehst oder nicht. Du kannst kräftig daran ziehen und bekommst einen riesigen Zug voller Rauch.

Ein Konvektions-Vaporizer bei 180-210 °C kann mit so einem Luftstrom nicht mithalten. Das Ergebnis ist ein dünner, geschmackloser Hauch. Viele denken deshalb: „Vaporizer funktionieren nicht.“

Zieh langsamer. Ein 12-Sekunden-Zug am Vaporizer extrahiert mehr Cannabinoide als ein 3-Sekunden-Zug am Joint. Und das mit einem Bruchteil der schädlichen Nebenprodukte.

Nahaufnahme einer Hand, die einen tragbaren Vaporizer ruhig und kontrolliert an die Lippen hält

Bei 190 °C braucht das Heizelement 10-12 Sekunden sanften Luftstrom für die volle Extraktion. Hastiges Ziehen kühlt die Kammer unter den Verdampfungspunkt der meisten Cannabinoide.

Die Session nicht zu Ende bringen

Ein Session-Vaporizer erhitzt die Heizkammer 3-5 Minuten pro Zyklus. In diesem Zeitfenster verdampfen die Cannabinoide, egal ob du inhalierst oder nicht.

Wenn du deinen Vaporizer einschaltest und nach zwei Zügen wieder weglegst, entweichen die restlichen Wirkstoffe ungenutzt in die Luft.

Nimm dir 6-10 Züge pro Session vor. Wenn dir das zu viel ist, fülle weniger ein oder schau dir einen On-Demand-Vaporizer an, der nur heizt, wenn du ziehst.

Viele Vaporizer funktionieren auch mit halb gefüllter Heizkammer gut, wenn du feiner grindest. Details dazu findest du in unserem Grinding-Guide.

Den Lufteinlass abdecken

Die meisten tragbaren Vaporizer haben eine Lufteinlassöffnung an der Unterseite oder an der Seite.

Deckst du sie mit der Hand ab, schränkst du den Luftstrom ein und musst stärker ziehen. Genau das willst du vermeiden. Halte deinen Vaporizer so, dass der Einlass frei bleibt.

Temperatur und Zugtechnik gehören zusammen

Niedrigere Temperaturen (170-185 °C) erzeugen zarten, geschmacksbetonten Dampf, den du nur mit langsameren Zügen richtig wahrnimmst.

In diesem Bereich bewahrt die zweistufige Mouth-to-Lung-Technik die meisten Terpen-Nuancen. Du siehst weniger Dampf, aber Geschmack und Wirkung sind da.

Höhere Temperaturen (195-220 °C) erzeugen dichte, sichtbare Wolken, die gut auf etwas schnellere Züge reagieren. Direct-to-Lung funktioniert hier, weil die große Dampfmenge auch bei höherem Tempo für einen vollen Zug sorgt.

Eine dünne Wolke beim Ausatmen bestätigt, dass dein Tempo zur Temperatur passt. Siehst du gar nichts, zieh langsamer oder erhöhe die Temperatur.

Ein praktischer Ansatz: Starte deine Session bei 180 °C und nimm die ersten 3-4 Züge langsam mit der Mouth-to-Lung-Technik. Dann geh auf 200 °C hoch und wechsle zu Direct-to-Lung.

Diese Stufenmethode extrahiert die Wirkstoffe in der Reihenfolge, in der sie verdampfen: zuerst die leichten Terpene, dann die schwereren Cannabinoide.

Tipp

Mit niedriger Temperatur starten, mit hoher abschließen. Beginne für die Terpene bei 180 °C mit Mouth-to-Lung. Erhöhe dann für die volle Extraktion auf 200 °C und wechsle zu Direct-to-Lung.

Wie sich die Zugtechnik mit einer Kühleinheit verändert

Eine Kühleinheit sitzt zwischen Heizkammer und Mund. Sie bietet dem Dampf zusätzliche Oberfläche zum Abkühlen.

Die tragbaren Vaporizer von Storz & Bickel nutzen dafür einen Stapel aus Kunststofflamellen. Die Glasstems des tragbaren Arizer Solo 3 erfüllen denselben Zweck.

Arizer Solo 3

Arizer

Arizer Solo 3

8,2
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Bei beiden kommt der Dampf kühler an. Deshalb kannst du etwas schneller ziehen, ohne dass dir der Hals brennt.

Bei einem Glasstem empfehlen wir einen 10-Sekunden-Zug in moderatem Tempo. Die sichtbare Kondensation im Stem zeigt dir, wie viel Dampf du gerade ziehst. Beschlägt das Glas stark, passen Zuggeschwindigkeit und Temperatur gut zusammen.

Bei Setups mit direktem Mundstück, also ohne Kühleinheit, solltest du sanfter ziehen und zum Ausgleich eventuell die Temperatur um 5 °C senken.

Makroaufnahme von dichtem weißem Dampf, der in einem klaren Glasstem wirbelt, mit starker Kondensation an den Innenwänden

Starkes Beschlagen im Glas zeigt dir, dass Zuggeschwindigkeit und Temperatur gut zusammenpassen.

Am Konzentrat-Vaporizer ziehst du anders

Konzentrate brauchen einen längeren, sanfteren Direct-to-Lung-Zug von 15-25 Sekunden. Ziehst du zu stark, spritzt das flüssige Konzentrat an kühlere Wände und verdampft dort nicht. Unsere Übersicht der Konzentrat-Vaporizer erklärt die komplette Technik.

Das Wichtigste

  • 10-15 Sekunden ziehen. Sanfte, gleichmäßige Züge extrahieren deutlich mehr als kräftiges Ziehen
  • Zug an den Heiztyp anpassen. Mit Rampen-Technik bei Konvektion, moderat bei Konduktion, gleichmäßig bei Hybrid
  • Nur 2-3 Sekunden halten. THC wird sofort aufgenommen; länger halten kostet dich nur Atem, nicht Cannabis
  • Beim Ausatmen hinschauen. Eine dünne sichtbare Wolke bestätigt, dass Tempo und Temperatur zusammenpassen
  • Temperatur stufenweise erhöhen. 180 °C MTL für Geschmack, dann 200 °C DTL für Dichte

Über den Autor

The VapeExperts Editorial Team

Wir verfolgen Cannabispolitik, Trends der Vaporizer-Branche und Produktneuheiten, damit unsere Leser informiert bleiben. Unsere Berichterstattung stützt sich auf offizielle Quellen, behördliche Unterlagen und direkten Kontakt zu Herstellern. VapeExperts unterhält keine finanziellen Beziehungen zu Unternehmen, über die wir in unseren News berichten.