Ein mittelfeiner Mahlgrad funktioniert bei den meisten Cannabis-Vaporizern am besten. Das gemahlene Cannabis bietet genug Oberfläche für eine effiziente Extraktion und lässt Zwischenräume, in denen heiße Luft zirkulieren kann.
Die ideale Konsistenz hängt aber von der Heizmethode deines Vaporizers ab. Wenn du beim Mahlgrad danebenliegst, kostet dich das Geschmack, Potenz und Effizienz.
Wir haben in unserem Labor drei Mahlgrade in Vaporizern mit Konduktion, Konvektion und Hybridheizung getestet.
Die Unterschiede sind messbar: Mit einem passenden Mahlgrad lassen sich aus derselben Menge Cannabis 15-20 % mehr Cannabinoide extrahieren als mit einem unpassenden.
Dieser Ratgeber zeigt dir genau, welchen Mahlgrad du für deinen Vaporizer brauchst, wie du ihn hinbekommst und welche Fehler du vermeiden solltest.
Dein Mahlgrad sollte zur Heizmethode passen
Jeder Vaporizer erhitzt Cannabis auf eine von drei Arten. Jede Heizmethode funktioniert dabei mit einem anderen Mahlgrad am besten. Die falsche Konsistenz ist der häufigste Grund, warum Einsteiger dünnen, geschmacklosen Dampf bekommen.
Auf Basis unserer Tests empfehlen wir Folgendes.
Fein grinden für Konduktions-Vaporizer

Ein mittelfeiner Grind (rechts) ist der Ausgangspunkt für die meisten Vaporizer. Nach 7-10 Umdrehungen lässt das Netzsieb nur noch diese Konsistenz durch.
Vaporizer mit Konduktion erhitzen Cannabis durch direkten Kontakt mit einer heißen Oberfläche, ähnlich wie eine Pfanne auf dem Herd. Je mehr Materialoberfläche an den Wänden der Heizkammer anliegt, desto schneller und vollständiger läuft die Extraktion.
Fein gemahlenes Cannabis (ähnlich wie Tafelsalz) lässt sich eng an die heißen Flächen packen und liefert den dichtesten Dampf.
Der PAX Mini 2 ist ein Paradebeispiel. Seine Heizkammer aus Edelstahl setzt vollständig auf Kontaktwärme. Wir haben mit feinem Mahlgrad deutlich dichtere Dampfwolken gemessen als mit mittlerem.
Fein gemahlenes Cannabis ermöglicht Konduktions-Vaporizern außerdem eine gleichmäßigere Extraktion. Dadurch musst du während der Session seltener umrühren.
Mittelgrob grinden für Konvektions-Vaporizer
Konvektions-Vaporizer leiten heiße Luft durch dein Cannabis. Wenn der Mahlgrad zu fein ist, verdichtet sich das Material zu einem festen Pfropfen. Er blockiert den Luftstrom, erhöht den Zugwiderstand und bremst die Dampfproduktion aus.
Mittelgrob gemahlenes Cannabis (wie getrockneter Oregano) lässt Zwischenräume, in denen heiße Luft frei zirkulieren kann.
Der Tinymight 2 arbeitet mit reiner Konvektion. Er liefert die besten Ergebnisse mit gröber gemahlenem Cannabis, das du ohne Andrücken locker in das Rohr füllst.

Der Arizer Solo 3 verhält sich ähnlich: Sein Glasrohr funktioniert wie ein Strohhalm. Gröberes Material lässt die Luft durch das Cannabis strömen statt daran vorbei.

Mittelfein grinden für Hybrid-Vaporizer
Hybrid-Vaporizer kombinieren beide Heizmethoden. Du wählst also den Mittelweg. Mittelfein gemahlenes Cannabis (wie grober Sand) hat ausreichend Kontakt zu den Kammerwänden für Konduktion und lässt gleichzeitig genügend Zwischenräume für den Konvektions-Luftstrom.
Der Mighty+ und der Venty nutzen beide Hybridheizung und funktionieren mit dieser Konsistenz am besten.

Wir haben festgestellt, dass mittelfein gemahlenes Cannabis im Mighty+ über die gesamte Session gleichmäßigen Dampf liefert, ohne dass du umrühren musst. Unser Ratgeber Konvektion vs Konduktion erklärt diese Heizmethoden ausführlicher.


So benutzt du einen 4-teiligen Grinder in 4 Schritten
Ein 4-teiliger Grinder mit Kief-Sieb ist das beste Werkzeug zum Grinden. Er liefert jedes Mal gleichmäßige Ergebnisse und sammelt in der unteren Kammer Kief, das reich an Terpenen ist. Du kannst es später verwenden.

Nahaufnahme einer Hand, die eine trockene Cannabisblüte in die rautenförmigen Zähne eines schwarzen vierteiligen Metall-Grinders auf einer Holzoberfläche legt
Schritt 1: Blüten in erbsengroße Stücke zerteilen. Entferne zuerst Stängel und Samen. Lege 2-3 Stücke zwischen die Zähne der oberen Mahlkammer. Nicht überfüllen: Die Zähne brauchen Platz zum Drehen.
Schritt 2: Mit 7-10 Drehungen grinden. Für eine mittelfeine Konsistenz drehst du 7-10 Mal hin und her, für eine feine 12-15 Mal. Für eine grobe Konsistenz hörst du nach 4-5 Drehungen auf. Die Anzahl der Drehungen ist deine wichtigste Stellschraube für den Mahlgrad.
Schritt 3: Den Grinder abklopfen. Klopfe den geschlossenen Grinder 2-3 Mal fest gegen deine Handfläche. So fällt das gemahlene Cannabis durch die Löcher in die Auffangkammer. Gleichzeitig löst sich Material, das zwischen den Zähnen festsitzt.

Hand, die einen geschlossenen mattschwarzen Cannabis-Grinder gegen eine offene Handfläche über einem Tisch aus Walnussholz klopft
Schritt 4: Die Heizkammer befüllen. Nimm das Cannabis mit dem mitgelieferten Werkzeug oder einem kleinen Löffel aus der Auffangkammer. Bei Konduktions-Vaporizern drückst du es fest an, bei Konvektions-Vaporizern füllst du es locker ein. Bei Hybrid-Vaporizern ist leichtes Andrücken ideal.
Grinder-Typen im Vergleich: Wie gleichmäßig mahlen sie?
Nicht alle Grinder liefern dieselben Ergebnisse. Wir haben 4-teilige Aluminium-Grinder, 2-teilige Modelle und elektrische Grinder getestet, um herauszufinden, welche Variante am gleichmäßigsten mahlt.
4-teilige Aluminium-Grinder liefern die besten Ergebnisse
Ein hochwertiger 4-teiliger Aluminium-Grinder mit rautenförmigen Zähnen sorgt für das gleichmäßigste Mahlergebnis. Das Kief fällt durch das Sieb in die untere Kammer. In der mittleren sammelt sich perfekt gemahlenes Cannabis.
Achte auf eloxiertes Aluminium und einen magnetischen Deckel. Du findest zuverlässige Modelle für unter 30 $.
2-teilige Grinder funktionieren, bieten aber weniger Kontrolle
Zweiteilige Grinder haben keine Auffangkammer. Das gemahlene Cannabis bleibt zwischen den Zähnen, bis du es herausklopfst. Dadurch lässt sich die Konsistenz schwerer beurteilen. Zur Not reichen sie aus, arbeiten aber weniger präzise.
Elektrische Grinder sind schnell, aber ungleichmäßig
Batteriebetriebene Grinder pulverisieren Cannabis in Sekunden, liefern aber oft ein ungleichmäßiges Ergebnis: teils Pulver, teils grobe Stücke.
Sie sind praktisch, wenn deine Hände nur eingeschränkt beweglich sind. Für einen gezielten Mahlgrad sind sie allerdings nicht ideal.
Du brauchst keinen Grinder, um loszulegen
Wenn du keinen Grinder hast, funktionieren diese Methoden als Ersatz. Keine davon erreicht die Gleichmäßigkeit eines richtigen 4-teiligen Grinders, aber sie erfüllen ihren Zweck.
Schere im Schnapsglas. Gib eine kleine Blüte in ein Schnapsglas und schneide sie mit einer sauberen Schere 15-20 Sekunden lang klein. Das ergibt eine mittlere Konsistenz, die zu den meisten Hybrid-Vaporizern passt. Das ist die beste Methode ohne Grinder, die wir getestet haben.
Die Münze-und-Dose-Methode. Lege getrocknetes Cannabis und eine saubere Münze in eine kleine Pillendose oder Filmdose. Schüttle das Ganze 30-60 Sekunden lang kräftig. Die Münze zerkleinert das Material durch die Stöße. Das Ergebnis ist grob und ungleichmäßig, aber für Konvektions-Vaporizer akzeptabel.
Mit den Fingern zerbröseln. Zupfe die Blüten mit den Händen auseinander. So wird das Cannabis am gröbsten und ungleichmäßigsten zerkleinert. Nutze diese Methode nur als letzte Option. Bei Konvektions-Tisch-Vaporizern mit großer Kammer funktioniert sie allerdings. Der Volcano Hybrid zum Beispiel hat eine Heizkammer für 0,75 g und genug Luftstrom, um einen ungleichmäßigen Mahlgrad auszugleichen.

Mit Dosierkapseln gelten andere Regeln beim Grinden

Grinde für Kapseln etwas feiner, um den vom Sieb gebremsten Luftstrom auszugleichen.
Bei Dosierkapseln liegt ein kleines Metallsieb zwischen deinem Cannabis und den Wänden der Heizkammer. Das beeinflusst, wie das gemahlene Material Wärme aufnimmt. Wenn du Kapseln nutzt, grinde etwas feiner als sonst.
Das Netzsieb der Kapsel bremst den Luftstrom stärker als eine offene Heizkammer. Ein feinerer Mahlgrad gleicht das durch eine größere Oberfläche aus. So bleibt die Extraktion trotz des geringeren Luftstroms effizient.
Mighty+ und Venty sind beide mit den Dosierkapseln von Storz & Bickel kompatibel.
Wir erzielten mit fein bis mittel gemahlenem Cannabis in der Kapsel dieselbe Dampfqualität wie mit mittelfein gemahlenem Cannabis direkt in der Heizkammer. Unser Ratgeber zu Dosierkapseln erklärt die Verwendung genauer.
5 Fehler beim Grinden, die die Dampfqualität verschlechtern

Ungleichmäßiges AVB mit grünen und schwarzen Stellen deutet auf ein Problem mit der Grind-Konsistenz hin.
Zu fein grinden für Konvektions-Vaporizer. Das ist der häufigste Fehler. Pulver verdichtet sich und blockiert den Luftstrom. Es entstehen nur dünne Dampfschwaden. Wenn du beim Ziehen an deinem Konvektions-Vaporizer viel Widerstand spürst, probier erst einen gröberen Mahlgrad, bevor du ihm die Schuld gibst.
Zu grob grinden für Konduktions-Vaporizer. Große Stücke hinterlassen Hohlräume an den Wänden der Heizkammer. Die Wärme wird nicht effizient übertragen. Du verschwendest also Cannabis und bekommst enttäuschende Dampfwolken.
Feuchtes Cannabis verwenden. Feuchte Blüten verklumpen im Grinder und bilden einen dichten Pfropfen, der den Luftstrom behindert. Ein Stängel deines Cannabis sollte beim Knicken glatt durchbrechen. Wenn er sich nur biegt, lass das Cannabis vor dem Grinden 12-24 Stunden in einem verschlossenen Glas mit einem Feuchtigkeitspack (58-62 % relative Luftfeuchtigkeit) nachtrocknen.
Den Grinder überfüllen. Wenn zu viel Material zwischen den Zähnen liegt, mahlt der Grinder ungleichmäßig. Lege nur so viel ein, dass es zwischen den Zähnen liegt und sich nicht darüber stapelt. Zwei bis drei kleine Stücke auf einmal sind ideal.
Den Grinder nie reinigen. Nach 10-15 Anwendungen setzt sich Harz an Zähnen und Sieb ab, verklebt den Mechanismus und verhindert, dass Kief aufgefangen wird. Weiche Metall-Grinder 30 Minuten in Isopropylalkohol (90 %+) ein und schrubbe sie danach mit einer harten Bürste. Geh dabei so sorgfältig vor wie beim Reinigen deines Vaporizers.
Bewahre dein gemahlenes AVB für Edibles auf

Je gleichmäßiger der Mahlgrad, desto besser lässt sich die Potenz einschätzen, wenn du verdampftes Cannabis weiterverwendest.
Richtig gemahlenes Cannabis hinterlässt nach der Session gleichmäßigeres AVB (already vaped bud, also bereits verdampfte Blüten). So lässt sich die Potenz besser vorhersagen, wenn du es in Edibles oder Infusionen weiterverwendest.
Grob gemahlenes Cannabis verdampft oft ungleichmäßig: Ein Teil wird zu wenig extrahiert, ein anderer überhitzt.
Wenn du das Beste aus deinem AVB herausholen willst, beginne mit einem gleichmäßigen Mahlgrad, der zu deinem Vaporizer-Typ passt. Unser Ratgeber zur Weiterverwendung von AVB erklärt genau, wie du verdampftes Cannabis lagerst und nutzt.
