Already Vaped Bud enthält noch 10-30 % seiner ursprünglichen Cannabinoide

Links frisches grünes Cannabis, rechts Already Vaped Bud. Beim Verdampfen werden Cannabinoide extrahiert. Dabei wird das Material erst goldfarben, dann tiefbraun.
AVB (Already Vaped Bud) ist das braune, trockene Cannabis, das nach einer Vaporizer-Session in deiner Heizkammer zurückbleibt. Die meisten werfen es weg. Das ist ein Fehler.
Beim Verdampfen wird Cannabis unterhalb der Verbrennungstemperatur erhitzt. Dabei werden Cannabinoide und Terpene extrahiert, ohne das Pflanzenmaterial zu zerstören.
Die übrig gebliebene Blüte enthält weiterhin messbare Mengen an THC, CBD und anderen Wirkstoffen. Wie viel genau, hängt von deiner Dampftemperatur, der Dauer deiner Session und der Effizienz deines Vaporizers ab.
Das Beste daran: Beim Verdampfen werden die verbliebenen Cannabinoide bereits decarboxyliert. AVB ist also oral wirksam, ganz ohne weitere Hitzebehandlung.
Du kannst es direkt essen, unter Speisen mischen oder seine Wirkstoffe ohne jede zusätzliche Vorbereitung in Öle und Tinkturen extrahieren.
Die Dampftemperatur bestimmt, wie viel in deinem AVB übrig bleibt

180 °C ist eine beliebte mittlere Einstellung. Dein AVB ist danach in der Regel mittelbraun und enthält noch 10-20 % der ursprünglichen Cannabinoide.
Der wichtigste Faktor für die Potenz von AVB ist die Temperatur, bei der du dampfst. Bei niedrigeren Temperaturen bleiben mehr Cannabinoide im Restmaterial erhalten. Höhere Temperaturen extrahieren während der Session mehr, lassen aber weniger zurück.
Aus unseren Tests und veröffentlichten Studien ergibt sich als grobe Regel:
- Sessions bei 160-180 °C ergeben hellgoldenes AVB mit schätzungsweise 20-30 % der ursprünglichen Cannabinoide
- Sessions bei 180-200 °C ergeben mittelbraunes AVB mit ungefähr 10-20 % Restgehalt
- Sessions bei 200-220 °C ergeben dunkelbraunes AVB mit unter 10 % Restgehalt
Unser Temperatur-Guide zeigt, welche Wirkstoffe bei welcher Einstellung verdampfen.
Wenn du für den Geschmack regelmäßig am unteren Ende des Temperaturbereichs dampfst, ist dein gesammeltes AVB deutlich potenter als das von jemandem, der seine Sessions bei 210 °C oder höher fährt.
Konvektions-Vaporizer extrahieren die Füllung meist gleichmäßiger. Dadurch können pro Session weniger Cannabinoide im AVB zurückbleiben.
Konduktions-Heizelemente lassen am Rand der Heizkammer manchmal hellere Stellen zurück. Das AVB ist dann ungleichmäßiger, gelegentlich aber potenter.
Die Heizmethoden beeinflussen die Extraktionseffizienz und damit auch, ob sich das Aufbewahren deines AVB lohnt.
Die AVB-Farbtabelle: So liest du deine Reste

Frisch gemahlenes Cannabis (rechts) vs. vollständig extrahiertes AVB (links). Der Farbwechsel von Grün zu Braun zeigt dir, wie viel während deiner Session herausgeholt wurde.
Die Farbe ist der schnellste Weg, die Potenz von AVB einzuschätzen. Halte eine Prise ins Tageslicht und vergleiche:
Hellgold bis Beige
Dieses AVB stammt aus Sessions bei niedriger Temperatur (etwa 160-175 °C) oder wurde nur teilweise extrahiert. Es hat die meiste Restpotenz und den mildesten Geschmack. Bewahre es nach Möglichkeit separat auf.
Mittelbraun (wie Erdnussbutter)
Das häufigste AVB überhaupt: Es entsteht bei typischen Sessions um 185-200 °C. Es eignet sich weiterhin für Edibles und Kapseln. Für die meisten Verwertungsmethoden ist es der Sweet Spot.
Dunkelbraun bis fast schwarz
Dieses Material wurde bei hohen Temperaturen oder in besonders langen Sessions stark extrahiert. Es enthält nur noch minimale Mengen an Cannabinoiden. Selbst nach dem Water Curing schmeckt es noch kratzig.
Du kannst es trotzdem verwenden, aber rechne mit schwachen Ergebnissen und plane deine Dosis entsprechend.
Ungleichmäßig gefärbt
Helle und dunkle Stellen nebeneinander deuten auf ungleichmäßige Extraktion hin. Das kommt bei Konduktions-Heizkammern häufig vor.
Rühre das Material etwa zur Mitte der Session in der Heizkammer um, damit es gleichmäßiger extrahiert wird. Oder nutze Dosierkapseln, die eine gleichmäßige Wärmeverteilung fördern.
Sowohl der Mighty+ als auch der Venty lassen sich mit den Dosierkapseln von Storz & Bickel nutzen. Damit sammelst du AVB sauber und einfach.

Eine Blüte, zehn Temperaturen
Verdampfst du identische Füllungen derselben Blüte bei stufenweise steigenden Temperaturen, wird aus den drei groben Kategorien der Farbtabelle oben ein fließender Farbverlauf.
Mit jeder höheren Temperaturstufe bleibt sichtbar dunkleres Material zurück: von einem kaum angerösteten Goldton bei 160 °C bis zu fast Schwarz bei 220 °C. Jede Nuance dazwischen entspricht einem bestimmten Extraktionsgrad.
Du kannst den Farbverlauf auch umgekehrt nutzen. Vergleiche dein AVB damit, um grob abzulesen, wie heiß deine Session lief und wie viel Potenz noch übrig ist. Das klappt auch bei einem Vaporizer ohne Display.
Wenn du hellgoldenes AVB aus Sessions bei niedriger Temperatur sammelst, legst du dir praktisch eine zweite Ernte zurück.
Jagst du bei 210 °C und mehr dicken Wolken hinterher, landet vor allem ausgelaugtes Material im Glas. Plane deine Edible-Dosierung entsprechend.
So lagerst du AVB über Wochen oder Monate

Hände halten den Angus Enhanced umgedreht über einen schwarzen Auffangbehälter und schieben mit einem Rührwerkzeug verbrauchtes Cannabis aus der Edelstahl-Heizkammer
AVB bleibt bei richtiger Lagerung 3-6 Monate verwendbar. Bewahre es in einem verschlossenen Einmachglas auf, geschützt vor direktem Licht und Feuchtigkeit. Ein kühler, dunkler Schrank reicht völlig aus.
Vermeide Plastikbeutel oder offene Behälter. AVB ist trocken und nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf, was Schimmel begünstigt. Entdeckst du pelzige weiße oder grüne Stellen, entsorge die gesamte Charge.
Beschrifte jedes Glas mit der ungefähren Dampftemperatur und dem Sammelzeitraum. Wenn du hellgoldenes und dunkelbraunes AVB getrennt aufbewahrst, kannst du später genauer dosieren.
Viele Nutzer stellen ein kleines Glas neben ihren Vaporizer und kippen das AVB jeder Session direkt hinein.
5 bewährte Wege, dein AVB zu nutzen

Eine Aromaröhre aus Borosilikatglas wird nach einer Session aus dem Arizer Solo 3 entnommen. Durch die transparente Glaskammer ist das bereits verdampfte braune Cannabis deutlich sichtbar.
1. Direkt essen (die einfachste Methode)
Da AVB bereits decarboxyliert ist, kannst du es pur essen. Streu 1-2 Teelöffel auf Toast mit Erdnussbutter, in Joghurt oder in einen Smoothie. Das Fett in diesen Lebensmitteln hilft deinem Körper, die Cannabinoide aufzunehmen.
Es schmeckt geröstet und erdig, manchmal unangenehm. Spül es am besten mit etwas Reichhaltigem hinunter, zum Beispiel einem Milchshake. Beginne mit einer kleinen Menge, etwa 1 Teelöffel, und warte 90 Minuten, bevor du nachlegst.
2. In Butter oder Kokosöl ziehen lassen
Mische etwa 7-10 g AVB mit 1 Tasse Butter oder Kokosöl. Lass alles 2-3 Stunden auf der niedrigsten Stufe köcheln und rühre gelegentlich um. Seih die Mischung durch ein Passiertuch und bewahre sie im Kühlschrank auf.
Weil AVB bereits decarboxyliert ist, sparst du dir den Schritt im Backofen, der bei frischem Cannabis nötig ist. Du kannst das angereicherte Fett in jedem beliebigen Rezept verwenden, etwa für Brownies, Pastasoße oder Salatdressing.
Die Wirkstärke hängt vollständig von der Qualität deines AVB ab. Orientiere dich beim Dosieren deshalb an der Farbtabelle oben.
3. Kapseln für präzise Dosierung füllen
Kapseln sind die beste Methode für gleichbleibende, wiederholbare Dosen. Dafür füllst du dein AVB in leere Gelatine- oder pflanzliche Kapseln.
Grinde dein AVB zu feinem Pulver und fülle es in Kapseln der Größe 00. Jede fasst etwa 0,5 g. Schlucke sie mit Wasser und einem fetthaltigen Snack.
Diese Methode eignet sich gut zur Mikrodosierung. Beginne mit 1-2 Kapseln (0,5-1,0 g) und beobachte die Wirkung über mehrere Sessions, um deine persönliche Schwelle zu finden.
Führe ein einfaches Protokoll mit Kapselanzahl, AVB-Farbe und wahrgenommener Wirkung.
4. Eine Tinktur mit hochprozentigem Alkohol ansetzen
Gib AVB mit hochprozentigem Ethanol (Everclear oder Ähnlichem) in ein Einmachglas. Verwende etwa 5 g AVB pro 60 ml Alkohol. Schüttle das Glas 1-2 Wochen lang täglich und filtere die Flüssigkeit dann durch einen Kaffeefilter in eine Pipettenflasche.
Beginne mit 0,5 ml und gib die Tinktur sublingual, also unter die Zunge. Alkoholtinkturen werden schneller aufgenommen als Edibles, typischerweise innerhalb von 15-30 Minuten.
Bewahre die Tinktur in einer dunklen Glasflasche auf, um die Wirkstärke zu erhalten.
5. AVB-Tee oder -Kaffee aufbrühen
Gib 1-2 Teelöffel AVB zusammen mit einer Fettquelle wie Vollmilch, Kokosmilch oder einem Stück Butter in heißes, nicht kochendes Wasser.
Cannabinoide binden sich an Fett, nicht an Wasser. Der Fettanteil ist deshalb unverzichtbar. Lass alles 10-15 Minuten ziehen, seih es ab und trink es.
Das Getränk schmeckt milder als pur gegessenes AVB, besonders wenn du es vorher wässerst (siehe unten).
Water Curing entfernt den bitteren Geschmack

Zwei Einmachgläser auf einer Marmorarbeitsplatte mit vollständig eingetauchten AVB-Bündeln aus Passiertuch: trübes, teebraunes Wasser von Tag 1 neben fast klarem Wasser von Tag 3
Beim Water Curing weichst du AVB in Wasser ein. Die wasserlöslichen Stoffe, die für den kratzigen, bitteren Geschmack sorgen, lösen sich dabei heraus. Cannabinoide sind nicht wasserlöslich und bleiben deshalb im Pflanzenmaterial.
So gehst du vor:
- Gib dein AVB in ein Bündel aus Passiertuch oder in ein feines Sieb
- Tauche es vollständig in ein Glas mit zimmerwarmem Wasser ein
- Wechsle das Wasser alle 2-4 Stunden. Zuerst färbt sich das Wasser dunkelbraun, dann wird es nach und nach heller
- Wiederhole das 2-4 Tage lang, bis das Wasser weitgehend klar bleibt
- Verteile das AVB auf einem Backblech und trockne es 1-2 Stunden im Backofen bei 95 °C oder 24 Stunden an der Luft
Gewässertes AVB schmeckt in Edibles und Kapseln deutlich besser. Dafür brauchst du Zeit: Der komplette Vorgang dauert 2-4 Tage mit regelmäßigen Wasserwechseln.
Wenn du Kapseln nutzt, lohnt sich der Aufwand, weil du beim Schlucken weniger schmeckst. In Gebäck schmeckst du gewässertes AVB dagegen fast gar nicht mehr heraus.
AVB dosieren: niedrig anfangen, langsam steigern
AVB-Edibles wirken stärker und länger, als du vielleicht erwartest. Bis die Wirkung einsetzt, dauert es je nach Stoffwechsel und Mageninhalt 45-120 Minuten. Danach kann der Effekt 4-8 Stunden anhalten.
Beginne beim ersten Versuch mit 1 Teelöffel mittelbraunem AVB, also etwa 1-2 g. Warte volle 2 Stunden, bevor du über eine zweite Dosis nachdenkst.
Viele erfahrene Nutzer pendeln sich bei 2-5 g pro Portion ein. Die individuelle Toleranz schwankt aber stark.
Ein paar Faktoren, die deine Erfahrung beeinflussen:
- AVB-Farbe/Temperatur: Helles AVB aus Sessions bei niedriger Temperatur ist 2-3-mal stärker als dunkles
- Körpergewicht und Toleranz: Wer regelmäßig Cannabis konsumiert, braucht mehr
- Mageninhalt: Die Einnahme von AVB mit einer fettreichen Mahlzeit erhöht die Aufnahme
- Sorte: Je nach Cannabissorte bleiben im AVB unterschiedliche Cannabinoid-Verhältnisse zurück

Digitale Küchenwaage, die 2,47 Gramm mittelbraunes AVB auf der Edelstahlplattform anzeigt, daneben ein Glas mit AVB auf dunklem Walnussholz
Es gibt keine allgemeingültige Dosierungstabelle, weil die Potenz von AVB zwischen den Chargen schwankt.
Führe bei deinen ersten 5-10 Versuchen ein einfaches Protokoll: konsumierte Gramm, Farbe, Zeit bis zum Wirkungseintritt, Bewertung der Wirkung. Diese persönlichen Aufzeichnungen sind weit nützlicher als jeder allgemeine Guide.
