Wenn Sie vom Rauchen umsteigen, kann Sie der kurze, kräftige Zug, den Sie gewohnt sind, Geschmack und Dampf kosten. Ein Vaporizer setzt Cannabinoide und Terpene aus Cannabisblüten frei, indem er sie über heiße Oberflächen, heiße Luft oder beides erhitzt. Dabei verbrennt nichts. Deshalb arbeitet die Zugtechnik, die bei Joints, Pfeifen und Bongs funktioniert hat, hier oft gegen Sie.
Das Grundprinzip ist einfach: langsam, gleichmäßig und sanft. Wenn eine erste Session enttäuscht, schauen wir zuerst auf die Zuggeschwindigkeit. Stimmt sie, bekommen Sie aus derselben Füllung oft mehr Geschmack und volleren Dampf. Noch keinen Vaporizer ausgewählt? Unser Einsteiger-Bereich hilft bei der Auswahl, und unser Guide zur Anwendung begleitet Sie durch die ersten Sessions.
Ein langsamer, gleichmäßiger Zug ist der beste Ausgangspunkt
Bei vielen Vaporizern, vor allem bei kleinen tragbaren Modellen, bewegt ein zu schneller Zug mehr Luft, als die Heizung heiß halten kann. Der Dampf wird dann dünn. Ziehen Sie bei manchen Modellen zu langsam, kühlt der Dampf ab und kondensiert im Luftweg, bevor er Sie erreicht.
Bei vielen tragbaren Vaporizern ist ein sanfter Zug von 10-15 Sekunden mit mäßiger Intensität unsere erste Wahl. Dieser langsame, gleichmäßige Sog gibt der Heizung Zeit, mit Ihrem Atem Schritt zu halten. Ziehen Sie kürzer, wenn Ihnen das zu lang ist, und erzwingen Sie nie einen vollen Lungenzug.
Beurteilen Sie den ersten Zug nicht nach der Wolke. Niedrige Einstellungen und eine frische Füllung erzeugen oft dünnen Dampf, der trotzdem Geschmack und Wirkung mitbringt, und die nächsten Züge sehen meist voller aus.
Tipp
Mouth-to-Lung und Direct-to-Lung: passend zum Luftstrom
Es gibt zwei grundlegende Inhalationstechniken. Welche passt, hängt vom Zugwiderstand Ihres Vaporizers ab und davon, was sich für Sie angenehm anfühlt.
Mouth-to-Lung (MTL)
Ziehen Sie den Dampf zunächst in den Mund und atmen Sie ihn dann mit einem zweiten Atemzug frischer Luft in die Lunge ein. Diese zweistufige Technik fühlt sich bei Vaporizern mit höherem Zugwiderstand natürlich an. Für den Mighty+ empfiehlt die Anleitung von Storz & Bickel einen gleichmäßigen Atemzug von wenigen Sekunden, und das passt gut zu MTL. Der PAX 4 ist für sanfte und kräftigere Züge ausgelegt. Probieren Sie also beides aus.
Wer an Pfeife oder Joint gewöhnt ist, findet MTL vertraut. Viele von uns mögen auch den Geschmack, weil der Dampf kurz am Gaumen verweilt, bevor er in die Lunge gelangt.
Direct-to-Lung (DTL)
Atmen Sie den Dampf in einem durchgehenden Atemzug direkt in die Lunge ein. Diese Technik passt zu Vaporizern mit offenem Luftstrom. Der Venty bietet einen einstellbaren Luftstrom von bis zu 20 L/min. Sie können ihn für direkte Lungenzüge weit öffnen oder für einen strafferen Zug schließen.
Tisch-Vaporizer mit Schlauch oder Wasserpfeife eignen sich ebenfalls gut für Direct-to-Lung, weil der längere Dampfweg den Dampf abkühlt, bevor er Sie erreicht. Bleiben Sie aber bei einem angenehmen Atemzug statt Ihrem tiefsten.
Der Heiztyp bestimmt Ihr ideales Zugtempo
Die Heizmethode Ihres Vaporizers ist einer der besten Hinweise darauf, wie Sie an ihm ziehen sollten. Heizleistung, Steuerung und Befüllung spielen ebenfalls eine Rolle. Wie wir in unserem Guide zu Heizmethoden erklären, reagieren die drei wichtigsten Ansätze jeweils unterschiedlich auf den Luftstrom.
Tragbare Konvektions-Vaporizer brauchen Ihren Atem für die Wärme
Konvektion erhitzt Cannabis mit heißer Luft, die hindurchströmt. Bei einem tragbaren Vaporizer mit direktem Zug bewegt Ihr Atemzug diese Luft, Ihr Atem ist also Teil der Extraktion. Ein Tisch-Vaporizer mit Gebläse bewegt die Luft für Sie. Ziehen Sie an einem kleinen tragbaren Modell zu kräftig, bleibt die Luft womöglich nicht heiß genug, und der Dampf wird dünn.
Der Tinymight 2 ist ein gutes Beispiel. Im On-Demand-Modus halten Sie zum Heizen die Taste gedrückt und lassen sie zum Stoppen los. Im Session-Modus bleibt er von selbst heiß. In beiden Fällen mögen wir eine langsame Rampe von 10-12 Sekunden: sanft beginnen, zur Mitte des Zugs etwas stärker ziehen und dann ausklingen lassen. Der sanfte Beginn gibt der Heizung einen Moment, sich einzupendeln, bevor Sie volle Leistung verlangen.
Konduktions-Vaporizer sind nachsichtiger
Konduktionsheizungen erwärmen das Cannabis über die heißen Wände der Kammer. Während einer Session bleiben diese Wände heiß, ob Sie ziehen oder nicht. Die Füllung heizt also auch zwischen den Zügen weiter.
Schnelle Züge durch einen Konduktions-Vaporizer fühlen sich meist kühler und dünner an, langsame wärmer und dichter. Bei einem Konduktions-Vaporizer im Pen-Format wie dem Flowermate Aura beginnen wir mit einem moderaten Zug von etwa 8-10 Sekunden. Danach passen wir ihn an Wohlbefinden und Dampf an.
Hybridheizungen belohnen Gleichmäßigkeit
Hybridheizungen kombinieren beide Methoden und belohnen ein möglichst gleichmäßiges Zugtempo. Ziehen Sie nicht stoßweise oder in Schüben. Ein ruhiger, gleichmäßiger Zug von etwa 10 Sekunden ist ein guter Ausgangspunkt.
| Heiztyp | Startzug | Besonderheit |
|---|---|---|
| Konvektion | 10-12 Sek., mit Rampe | Bei tragbaren Modellen bewegt Ihr Atem die heiße Luft |
| Konduktion | 8-10 Sek., moderat | Die Kammerwände heizen zwischen den Zügen weiter |
| Hybrid | ca. 10 Sek., gleichmäßig | Nicht stoßweise ziehen; Konstanz zählt |

Der Tinymight 2 heizt, solange Sie die Taste gedrückt halten, oder im Session-Modus von selbst. Beginnen Sie sanft, ziehen Sie zur Mitte etwas stärker und lassen Sie den Zug dann ausklingen.
Butan-Vaporizer wie der DynaVap M7
Bei einem Torch-Vaporizer wie dem DynaVap M7 erhitzen Sie die Seite der Cap, drehen den Vaporizer dabei und hören auf, sobald sie klickt. Nehmen Sie dann einen langsamen, gleichmäßigen Zug, während Sie den Airport abdecken oder leicht öffnen, und warten Sie vor dem erneuten Erhitzen auf den Abkühl-Klick. Die Anleitung von DynaVap zeigt jeden Schritt.
Tisch-Vaporizer brauchen andere Techniken
Die meisten Tisch-Vaporizer geben den Dampf auf eine von zwei Arten ab. Jede verlangt ihre eigene Technik.
Aus dem Ballon inhalieren Sie in Ihrem eigenen Tempo
Ein Ballon füllt sich mit Dampf aus einem Vaporizer mit Gebläse wie dem Volcano Hybrid. Sobald er voll ist, nehmen Sie ihn ab und inhalieren in dem Tempo, das sich angenehm anfühlt. Die Extraktion ist bereits im Vaporizer passiert. Sie müssen den Dampf nur noch vom Ballon in die Lunge bringen.
Nehmen Sie lieber einige Atemzüge in normalem Tempo aus dem Ballon als einen einzigen riesigen Zug. Das ist sanfter, und Sie können jederzeit aufhören, wenn Sie genug haben. Beim Abkühlen kondensiert etwas Dampf im Ballon. Füllen Sie also nur so viel, wie Sie bald nutzen möchten.

Die Pumpe des Volcano füllt den Ballon für Sie. Nehmen Sie nach dem Abnehmen normale Atemzüge daraus statt eines einzigen riesigen Zugs.
Schlauch und Ball-Vaporizer belohnen langsame Züge
Bei einem Tisch-Vaporizer im Schlauchbetrieb führt ein Schlauch von der Heizung zum Mundstück. Viele Ball-Vaporizer sitzen stattdessen auf einer Füllkammer an einer Wasserpfeife. In beiden Fällen zieht Ihr Zug Luft durch die heiße Füllung. Ihr Tempo steuert die Extraktion in Echtzeit, ähnlich wie bei einem tragbaren Konvektions-Vaporizer mit einer größeren Heizung dahinter.
Wir beginnen gern mit einem sanften Zug von wenigen Sekunden und gehen dann in einen langen, langsamen Zug über. Eine große Ball-Vaporizer-Heizung verträgt durch Wasser oft einen kräftigeren Zug als ein kleiner tragbarer Vaporizer, und das Wasser kühlt den Dampf unterwegs ab. Beim Volcano Hybrid schalten Sie die Pumpe aus, wenn Sie den Schlauch nutzen. Unser Guide zu Vaporizern an der Bong erklärt den Aufbau im Detail.
Sie müssen den Dampf nicht in der Lunge halten
Luftanhalten fühlt sich an, als müsste es stärker wirken, doch am empfundenen High ändert es wenig. In einer kleinen Rauchstudie von 1995 hielten sieben regelmäßige Cannabisnutzer jeden Zug null, 10 oder 20 Sekunden lang. Bei den stärkeren Joints hob längeres Anhalten den THC-Spiegel im Blut, das berichtete High war aber nicht signifikant stärker. Zwanzig Sekunden brachten nicht mehr als zehn.
Frühere Rauchstudien von 1989 und 1991 kamen zu einem ähnlichen Ergebnis. Lassen Sie das lange Luftanhalten also weg.
Warnung
Häufige Zugfehler und einfache Lösungen
Diese Fehler sehen wir häufig, vor allem bei Menschen, die vom Rauchen umsteigen.
Ziehen wie an einem Joint
Ein Joint brennt, deshalb können Sie kräftig daran ziehen und bekommen trotzdem einen großen Zug. Machen Sie das an einem kleinen tragbaren Vaporizer, erhalten Sie oft nur einen dünnen, geschmacklosen Hauch. Viele denken dann, Vaporizer funktionieren nicht.
Ziehen Sie zuerst langsamer. Prüfen Sie dann, ob der Vaporizer fertig aufgeheizt ist, die Füllung zur Kammer passt und das Sieb frei ist. Eine starke Heizung mit offenem Luftstrom verträgt einen kräftigeren Zug problemlos.

Ein Zug am Crafty+. Beginnen Sie in einem angenehmen Tempo und passen Sie sich von dort aus an.
Von einer laufenden Session weggehen
Ein Session-Vaporizer hält die Kammer für einen festen Zyklus heiß. Wie lange, hängt vom Modell und Ihren Einstellungen ab. Solange er heiß ist, heizt das Cannabis weiter, ob Sie inhalieren oder nicht. Nehmen Sie zwei Züge und legen ihn weg, verdampft ein Teil des Rests ungenutzt.
Sie müssen keine feste Zahl an Zügen schaffen, hören Sie also auf, wenn Sie genug haben. Sind Ihnen gelegentliche Züge lieber als eine ganze Session, schauen Sie sich einen On-Demand-Vaporizer an, der nur auf Anforderung heizt. Oder füllen Sie weniger ein. Manche Kammern kommen mit halber Füllung und feinerem Mahlgrad gut zurecht. Unser Guide zum Mahlen erklärt die Vor- und Nachteile beim Befüllen.
Inhaliertes Cannabis spüren Sie nach Sekunden bis Minuten, bis sich die volle Wirkung entfaltet, können aber 10-30 Minuten vergehen. Lassen Sie sich also Zeit, bevor Sie nachfüllen.
Den Lufteinlass verdecken
Die meisten tragbaren Vaporizer haben einen Lufteinlass an der Unterseite oder an der Seite. Verdecken Sie ihn mit der Hand, schränken Sie den Luftstrom ein und müssen stärker ziehen. Genau das wollen Sie vermeiden. Suchen Sie den Lufteinlass Ihres Vaporizers, halten Sie die Finger davon fern und achten Sie darauf, dass das Sieb nicht verstopft ist.
Husten bei jedem Zug
Husten bedeutet meist, dass der Zug zu heiß oder zu groß ist. Nehmen Sie einen kleineren, langsameren Zug, senken Sie die Temperatur um etwa 5°C und lassen Sie eine Kühleinheit, ein Glasmundstück oder eine Wasserpfeife die Schärfe nehmen. Bleibt der Zug auch bei niedrigen Einstellungen kratzig, reinigen Sie Sieb und Mundstück.
Temperatur und Zugtechnik wirken zusammen
Niedrigere Temperaturen, 170-185°C, erzeugen leichteren, geschmacksbetonten Dampf. Langsame Mouth-to-Lung-Züge passen hier gut, wenn Sie die Terpene schmecken möchten. Sie sehen weniger Dampf, und das ist normal.
Höhere Temperaturen, 195-220°C, erzeugen dichtere Wolken und einen wärmeren Zug, und viele wechseln hier zu Direct-to-Lung. Sehen Sie beim Ausatmen fast nichts, ziehen Sie langsamer oder wählen Sie eine etwas höhere Einstellung.
Ein praktischer Ansatz: Beginnen Sie die Session bei 180°C mit langsamen Mouth-to-Lung-Zügen für die ersten 3-4 Züge. Gehen Sie dann auf 200°C hoch und wechseln Sie zu Direct-to-Lung. Die frühen Züge setzen auf Geschmack, die späteren kommen dichter und wärmer. Unser Temperatur-Guide hilft Ihnen bei der Wahl des Ausgangspunkts.
Tipp
Wie sich die Zugtechnik mit einer Kühleinheit verändert
Eine Kühleinheit sitzt zwischen Kammer und Mund. Sie gibt dem Dampf einen längeren Weg und mehr Oberfläche zum Abkühlen. Die tragbaren Vaporizer von Storz & Bickel nutzen eine, und das Glasmundstück des Arizer Solo 3 erfüllt denselben Zweck. Bei beiden können Sie etwas schneller und trotzdem angenehm ziehen, weil der Dampf kühler ankommt.
Beim Glasmundstück mögen wir einen moderaten, gleichmäßigen Zug. Wenn Sie den Dampf durch das Glas strömen sehen, fällt es leicht, das Tempo gleichmäßig zu halten.
Ohne Kühleinheit (kurze, direkte Mundstücke) ziehen Sie besser sanfter. Fühlt sich der Dampf heiß an, senken Sie die Temperatur um etwa 5°C.

Glas gibt dem Dampf zusätzliche Oberfläche zum Abkühlen, bevor er Sie erreicht.
Am Konzentrat-Vaporizer ziehen Sie anders
Bauform des Einsatzes, Luftstrom und Heizsteuerung bestimmen, wie Sie an einem Konzentrat-Vaporizer am besten ziehen. Unsere Übersicht der Konzentrat-Vaporizer vergleicht die Bauarten.
Das Wichtigste
- Sanft ziehen, nicht reißen. Beginnen Sie mit einem sanften, gleichmäßigen Zug und verlängern Sie ihn auf 10-15 Sekunden, wenn es sich gut anfühlt
- Zug an den Heiztyp anpassen. Mit Rampe bei Konvektion, moderat bei Konduktion, gleichmäßig bei Hybrid
- Kein langes Luftanhalten. Angenehm ein- und ausatmen; längeres Halten macht Sie nicht spürbar stärker high
- Aufhören, wenn Sie genug haben. Eine Session hat kein Zug-Soll, und die volle Wirkung kann 10-30 Minuten dauern
- Bei Bedarf steigern. 180°C MTL für Geschmack, dann 200°C DTL für dichteren Dampf

