Cannabis zu mikrodosieren bedeutet, eine kleine Menge von etwa 0,025 bis 0,1 g pro Session zu nutzen. Das Ziel ist eine leichte, alltagstaugliche Wirkung ohne richtigen Rausch. Mit einem Vaporizer gelingt das viel leichter als mit einem Joint, weil Sie die Temperatur wählen und nach ein oder zwei Zügen aufhören können.
Unsere Bewertungsmethodik beschreibt, wie wir jeden Vaporizer bewerten. Beim Mikrodosieren zählt vor allem, wie ein Vaporizer mit einer kleinen Prise umgeht. Manche extrahieren eine Füllung von 0,05 g sauber. Andere machen aus derselben Menge nur dünnen, schwachen Dampf. Der Unterschied hängt von drei Faktoren ab: Kammergröße, Heizart und Temperaturkontrolle.
So mikrodosieren Sie mit dem Vaporizer, Schritt für Schritt
- Wiegen Sie 0,05 g zerkleinertes Cannabis auf einer Milligrammwaage ab.
- Stellen Sie Ihren Vaporizer auf 170°C und nehmen Sie 2 langsame Züge.
- Warten Sie 10 bis 30 Minuten, bevor Sie über mehr entscheiden.
- Sie möchten mehr? Erhöhen Sie um 5°C und nehmen Sie einen weiteren Zug.
- Notieren Sie Sorte, THC-Gehalt, Füllmenge, Temperatur und Wirkung, und wiederholen Sie beim nächsten Mal dasselbe Setup.
Was als Cannabis-Mikrodosis gilt
Eine Cannabis-Mikrodosis liegt typischerweise bei 0,025 bis 0,1 g Blüten. Wie viel THC darin steckt, hängt von der Sorte ab. Bei 20% THC enthält eine Prise von 0,05 g etwa 10 mg, und nur ein Teil davon landet im Dampf, den Sie einatmen. In einem Labortest von 2006 mit dem Volcano, erschienen im Journal of Pharmaceutical Sciences, gelangte etwa die Hälfte des in die Kammer gegebenen THC in den Dampf. Eine Prise von 0,05 g mit 20% THC liefert also höchstens etwa 5 mg, und die Inhalator-Studie von 2020, die wir weiter unten vorstellen, zeigte schon bei 1 mg eine Schmerzlinderung.
Ziel ist es, unter der Schwelle zu bleiben, ab der Cannabis ablenkt. Die meisten wünschen sich eine leichte Wirkung, die sie durch den Tag begleitet. Starke Blüten können selbst in einer winzigen Füllung kräftiger wirken als erwartet. Beginnen Sie deshalb mit weniger, als Sie zu brauchen glauben.
Cannabinoide wie THC und CBD verdampfen ebenso wie die aromagebenden Terpene über einen ganzen Temperaturbereich. Ein Feuerzeug verbrennt die Blüten einfach. Ein Vaporizer erhitzt sie ohne Verbrennung, und Sie wählen die Temperatur selbst. Eine kleine Füllung gibt ihren Dampf dann nach und nach ab statt auf einmal.
Eine Mikrodosis ist kein Freifahrtschein fürs Autofahren. Die kanadischen Lower-Risk Cannabis Use Guidelines empfehlen, nach dem Konsum mindestens 6 Stunden zu warten, bevor Sie sich ans Steuer setzen.
Warum wir zum Mikrodosieren einen Vaporizer bevorzugen
Beim Mikrodosieren ist ein Vaporizer einem Joint überlegen, weil er Terpene und Cannabinoide schrittweise extrahiert. Sie können 2 Züge nehmen, den Vaporizer ausschalten und den Rest später genießen. Ein Joint brennt weiter, ob Sie gerade ziehen oder nicht, und jede Sekunde, die er glüht, kostet Sie Material.
Edibles sind die andere verbreitete Methode zum Mikrodosieren, haben aber zwei Probleme. Die Wirkung setzt erst nach 30 Minuten bis 2 Stunden ein und entfaltet sich erst nach bis zu 4 Stunden voll. Eine Anpassung im Verlauf ist damit ausgeschlossen. Außerdem hängt die Stärke der Wirkung von Ihrem Stoffwechsel und Ihrem Mageninhalt ab.
Mit einem Vaporizer spüren Sie die erste Wirkung innerhalb von Sekunden bis Minuten. Bis die volle Wirkung eintritt, können 10 bis 30 Minuten vergehen. Lassen Sie sich also Zeit, bevor Sie über einen weiteren Zug entscheiden.
Wenn Sie Cannabis medizinisch nutzen, stellt unser Ratgeber zu medizinischen Vaporizern die zertifizierten Medizinmodelle vor. Das Grundprinzip bleibt in beiden Fällen gleich: niedrig anfangen, langsam steigern und aufhören, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben.
Kleine Kammern extrahieren Mikrodosen effizienter

Eine kleine Metallspitze wie die des DynaVap M7 ist schon mit einer Prise gefüllt. So bleibt kaum Leerraum, durch den die heiße Luft vorbeiströmen kann.
Nach unserer Erfahrung ist das wichtigste Merkmal zum Mikrodosieren eine Kammer, die zu Ihrer Füllmenge passt. Eine Prise von 0,05 g in einer 0,3-g-Kammer lässt viel Leerraum. Bei vielen Bauformen strömt die heiße Luft dann am Cannabis vorbei, statt es zu durchdringen. Das Ergebnis ist dünner, schwacher Dampf und verschwendetes Material.
Der Vapman 2.0 hat eine vergoldete Kupferpfanne, die für Füllungen von 0,03 bis 0,1 g ausgelegt ist. Eine kleine Füllung liegt direkt auf der beheizten Pfanne. Der DynaVap M7 ist ähnlich kompakt. Seine Edelstahlspitze fasst etwa 0,1 g. Wenn Sie den Siebclip nach oben schieben, ergibt sich eine Halbkammer von etwa 0,05 g.
Größere Vaporizer lösen das mit Zubehör. Manche werden mit einem Einsatz oder einem verstellbaren Kammerboden geliefert, der den zu füllenden Raum verkleinert. Mehrere Modelle von Storz & Bickel nehmen Dosierkapseln auf, die Sie jedes Mal mit derselben kleinen Menge vorfüllen können.
Die meisten Tisch-Vaporizer sind für größere Füllungen gebaut, sodass eine Prise in der Kammer untergeht. Eine Ausnahme ist der Dosierkapseladapter von Storz & Bickel für den Volcano Classic, der für kleinere Mengen gedacht ist. Ein tragbarer Vaporizer ist aber von Grund auf besser für Mikrodosen ausgelegt.
On-Demand-Heizung verringert Verluste zwischen den Zügen
On-Demand-Vaporizer heizen nur, solange Sie die Taste drücken oder die Sensoren berühren, und hören dann auf. Bis auf etwas Restwärme ruht Ihr Cannabis zwischen den Zügen. Das macht sie ideal zum Mikrodosieren. Nehmen Sie einen Zug, legen Sie den Vaporizer beiseite und kommen Sie 10 bis 30 Minuten später für den nächsten zurück.
Session-Vaporizer halten die Kammer für eine festgelegte Session oder bis zum Ausschalten heiß. Für volle Füllungen, die Sie mit Freunden teilen, ist das völlig in Ordnung. Bei einer Mikrodosis von 0,05 g erhitzt die Kammer Ihr Cannabis aber weiter, ob Sie ziehen oder nicht. Ein Teil davon geht zwischen den Zügen verloren.
Der Tinymight 2 bietet beide Modi. Im On-Demand-Modus ist seine Heizung mit Konvektion in etwa 5 Sekunden auf Temperatur, solange Sie die Taste gedrückt halten. Sobald Sie loslassen, hört sie auf zu heizen. Mit der verstellbaren Kammer verkleinern Sie den Raum passend für eine kleine Prise.
Wenn Sie zum Mikrodosieren lieber einen Session-Vaporizer nutzen, wählen Sie ein Modell mit kleiner Kammer und kurzen Sessionzeiten. Füllen Sie nur so viel ein, wie Sie während der aktiven Heizphase konsumieren.

Ein Tinymight 2 aus Walnussholz, draußen bereit für einen Zug. Er heizt nur, solange Sie die Taste gedrückt halten. So lässt sich eine kleine Füllung auf mehrere kurze Sessions verteilen.
Halten Sie die Temperatur niedrig: 160-185°C
Niedrigere Temperaturen liefern leichteren, aromatischeren Dampf und holen mit jedem Zug weniger aus der Füllung. Bei einer kleinen Prise bleiben wir gern zwischen 160°C und 185°C. Die Züge bleiben weich, und die Füllung hält länger als ein oder zwei Züge. Über 200°C wird der Dampf deutlich dichter, und eine kleine Füllung ist schnell aufgebraucht.
| Einstellung | Was Sie bekommen | Wann sie passt |
|---|---|---|
| 160-170°C | Dünner, sehr aromatischer Dampf | Ihre ersten Züge |
| 175-185°C | Vollerer Dampf, weiterhin weich | Der Großteil einer Mikrodosis-Session |
| 190°C und mehr | Dichter Dampf, die Füllung ist schnell aufgebraucht | Zum Leeren der Kammer |
Unser ausführlicher Temperaturratgeber erklärt jeden Bereich und was sich ändert, wenn Sie die Temperatur erhöhen.
Eine schrittweise Temperaturerhöhung gibt Ihnen die feine Kontrolle, die das Mikrodosieren mit dem Vaporizer so nützlich macht. Sie passen laufend nach, statt eine Dosis vorab zu schätzen.
Tipp
Bei Teilfüllungen ist Konvektion meist im Vorteil
Die Heizmethode spielt beim Mikrodosieren eine größere Rolle als bei Sessions mit voller Kammer. Vaporizer mit Konduktion erhitzen die Kammerwände. Cannabis am Rand wird dadurch schneller erhitzt als Cannabis in der Mitte. Bei einer vollen Füllung gleicht sich das aus. In einer halb leeren Kammer entstehen dagegen Hotspots, und Material geht verloren.
Vaporizer mit Konvektion leiten heiße Luft durch das Cannabis. Solange die Luft wirklich durch die Füllung strömt, erhitzt sich auch eine kleine Prise gleichmäßiger. Deshalb setzen die meisten der besten Vaporizer zum Mikrodosieren auf Konvektion oder Hybridheizung statt auf reine Konduktion.
Reine Konduktions-Vaporizer können trotzdem zum Mikrodosieren taugen, vor allem Modelle für kleine Füllmengen oder solche mit mitgeliefertem Einsatz. Nutzen Sie den Einsatz oder Reduzierer aus dem Lieferumfang, statt zu improvisieren. Ein guter Konvektions-Vaporizer kommt ganz ohne Behelfslösungen mit Teilfüllungen zurecht.
Temperaturratgeber für Cannabis-Vaporizer
Wie jeder Temperaturbereich Aroma und Dampf verändert, dazu ein einfacher Stufenplan für Ihre Sessions.
Technik: So mikrodosieren Sie effektiv

Eine locker gefüllte Kammer des Crafty+ neben einem Grinder. Bei lockerer Füllung strömt die heiße Luft durch das Cannabis statt daran vorbei.
Wiegen Sie Ihre Füllungen ab. Mit einer Milligrammwaage wird aus einer kleinen Prise eine genaue Menge von 0,05 g, und erst das macht Wiederholbarkeit möglich. Notieren Sie nach jeder Session Sorte, Füllmenge, Temperatur und Wirkung.
Mahlen Sie fein bis mittel und füllen Sie locker, sofern die Anleitung Ihres Vaporizers nichts anderes vorsieht. Eine kleine Füllung bietet der heißen Luft weniger Material, und ein grober Mahlgrad lässt Lücken, durch die die Luft entweicht.
Drücken Sie das Cannabis nicht fest. Die Luft soll durch das Material strömen, statt auf einen gepressten Puck zu treffen. Bei Vaporizern mit größerer Kammer halten eine passende Dosierkapsel oder der mitgelieferte Einsatz die Füllung an ihrem Platz.
Ziehen Sie langsam und gleichmäßig. Kräftige Züge kühlen das Heizelement ab und treiben die Luft durch das Cannabis, bevor sie viel Dampf aufnimmt. Ein sanfter Zug gibt der heißen Luft Zeit, ihre Arbeit zu tun, und bei einer kleinen Füllung zählt das umso mehr. Ziehen Sie beim Tinymight 2 nach dem Loslassen der Taste noch kurz weiter, um den Dampfweg zu leeren.
Lassen Sie den Bubbler beim Mikrodosieren weg. Wasser macht den Dampf weicher, sodass Sie leicht mehr nehmen, als Sie wollten.
Heben Sie Ihr bereits verdampftes Cannabis (AVB) auf, auch aus Mikrodosis-Sessions. Bei niedrigen Temperaturen bleibt mehr in der Blüte zurück, sodass sich dieses AVB später zum Kochen lohnt. Seine Stärke schwankt allerdings stark. Behandeln Sie AVB-Edibles deshalb wie jedes neue Edible und beginnen Sie mit wenig.
Eine gut gefüllte Menge von 0,05 bis 0,1 g in einem Konvektions-Vaporizer liefert leichte, aromatische Züge bei 170-185°C.
Wie oft Sie mikrodosieren sollten
Beschränken Sie sich auf ein bis zwei Sessions am Tag mit einigen Stunden Abstand, und legen Sie während der Wartezeit von 10 bis 30 Minuten keine Züge nach. Täglicher Konsum baut Toleranz auf, sodass dieselbe Füllung nach und nach weniger bewirkt. Eine Bildgebungsstudie von 2016 mit starken Konsumenten zeigte, dass sich die Cannabinoid-Rezeptoren innerhalb von 2 Tagen nach dem Aufhören erholen. Eine zweitägige Pause alle paar Wochen hält kleine Füllungen deshalb wirksam. Beginnen Sie nach einer Pause wieder mit Ihrer kleinsten Füllung.
Ist Mikrodosieren wirklich effizienter?
Eine Mikrodosis von 0,075 g verbraucht 75% weniger Cannabis als eine volle Kammer mit 0,3 g. Wenn Sie normalerweise 0,3 g einfüllen und auf Füllungen von 0,075 g umsteigen, reicht derselbe Vorrat für 4-mal so viele Sessions. Bei dieser Menge ergibt ein Gramm 13 volle Füllungen mit einem kleinen Rest.
Der Effizienzgewinn liegt nicht nur im geringeren Materialverbrauch. Anders als bei einem Joint verbrennt zwischen den Zügen nichts. Mit On-Demand-Heizung ruhen die Blüten außerdem, solange Sie nicht ziehen. Das summiert sich, wenn Sie auf Ihre Ausgaben achten.
Die Forschung zu niedrigen Dosen ist überschaubar und uneinheitlich. Eine Studie von 2012 mit 360 Krebspatienten, erschienen in The Journal of Pain, untersuchte Nabiximols, ein THC/CBD-Spray für die Mundschleimhaut. Ihr Hauptergebnis war nicht signifikant, doch die niedrige und die mittlere Dosis schnitten bei einigen sekundären Messgrößen besser ab als Placebo, die hohe Dosis dagegen nicht. Eine Studie von 2020 gab 27 Patienten mit chronischen Schmerzen einen dosierten Inhalator mit 0,5 mg oder 1 mg THC. Die Dosis von 1 mg linderte die Schmerzen besser als Placebo.
So genau dosiert Ihr Vaporizer THC nicht. Der Schlüssel liegt deshalb in der Wiederholbarkeit: gleiche Sorte, gleiche Temperatur, gleiche Füllmenge. Mit einem Vaporizer gelingt das leicht.
Was ist der beste Vaporizer zum Mikrodosieren?
Für gezieltes Mikrodosieren empfehlen wir tragbare Vaporizer mit kleiner Kammer und On-Demand-Heizung.
| Vaporizer | Kammer | Aufheizzeit | Warum er passt |
|---|---|---|---|
| Tinymight 2 | Verstellbar, bis 0,15 g | ca. 5 Sek. | Unser Favorit. On-Demand-Konvektion, stoppt beim Loslassen der Taste |
| Vapman 2.0 | 0,03 bis 0,1 g | ca. 3 Sek. | Vergoldete Pfanne für winzige Füllungen; wird mit Sturmfeuerzeug erhitzt |
| DynaVap M7 | 0,1 g (Halbkammer 0,05 g) | 5 bis 7 Sek. | Sieb für eine halbe Füllung; braucht ein Sturmfeuerzeug oder einen Induktionsheizer |
Wenn Sie bereits einen kompatiblen Session-Vaporizer mit größerer Kammer besitzen, sind Dosierkapseln das praktischste Upgrade. Sie verkleinern den zu füllenden Raum, halten jede Füllung gleich groß und halten den Großteil der Rückstände aus Ihrer Kammer fern.
Der Tinymight 2 steht auch in unserem Ranking der tragbaren Vaporizer, der Vapman 2.0 und der DynaVap M7 stehen im Ranking der Butan-Vaporizer. Sie schwanken zwischen den beiden? Unser Vergleich DynaVap M7 gegen Vapman 2.0 stellt sie direkt gegenüber.
Tinymight 2
Unser Favorit zum Mikrodosieren. Konvektionsheizung in etwa 5 Sekunden, verstellbare Kammer für bis zu 0,15 g, On-Demand- und Session-Modus sowie ein wechselbarer 18650-Akku. Im On-Demand-Modus lässt sich eine kleine Füllung auf mehrere kurze Sessions verteilen.
Das Wichtigste
- Kleine Kammer + On-Demand-Heizung. Weniger Verluste bei Teilfüllungen
- 0,05 bis 0,1 g bei 170-185°C. Leichte, aromatische Züge aus einer kleinen Prise
- Langsame, gleichmäßige Züge. Ein sanfter Zug holt viel aus wenig Material heraus
- 10 bis 30 Minuten warten. So lange kann es dauern, bis sich die Wirkung beim Inhalieren voll entfaltet
- 4-fache Ergiebigkeit des Vorrats. Mit 0,075 g statt 0,3 g pro Füllung reicht Ihr Vorrat für 4-mal so viele Sessions

